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Was mir an diesem Tag so alles widerfahren ist, könnt ihr im folgenden Erlebnisbericht nachlesen - viel Vergnügen! |
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Midi: "Bad,
Bad Leroy Brown" Darf ich mich zuerst kurz vorstellen? Mein Name ist Sascha Kohler, erblickte vor 25 Jahren das Licht der Welt und seit etwa 9 Jahren bin ich ein grosser Fan von "the voice"! Da ich vor meiner Zweitausbildung für längere Zeit arbeitslos war, konnte ich die reichlich bemessene Freizeit meinem Hobby, dem Computer, widmen. Heutzutage gehört es zum guten Ton, dass ein "PC-Freak" auch eine eigene Homepage besitzt. Auch ich habe eine eigene Seite erstellt, welche ich meinen grossen Passionen, den Wölfen, Barras (unser Hund) und Frank Sinatra widmete. So ergaben sich viele interessante Kontakte mit anderen Wolf- und Sinatra-Fans. Eines Tages fand ich eine Mail in meinem elektronischen Briefkasten, welche für die nächsten sechs Monate mein Leben nachhaltig prägen sollte. Folgendes stand in dieser Mail geschrieben: "Zwecks Auftritt in der Quizsendung "Risiko" suchen wir dringend Kandidaten zum Thema Frank Sinatra." Im Erfolgsfalle kann der Meisterrater bis zu DM 28'000.- einstecken." Oje, was sollte ich nun machen? Einerseits ist es ein Greuel für mich, vor vielen Menschen auftreten zu müssen, anderseits hat mich das Thema (und natürlich auch das Geld) schon ziemlich gereizt. Nach einer Nacht des Überdenkens entschloss ich mich, dort mitzumachen und flog auch schon kurz darauf zu einem Casting nach Stuttgart. Die Aufgabe im Casting bestand eigentlich nur darin, zehn Fragen über Frank Sinatra zu beantworten und dabei gefilmt zu werden. Mehr oder weniger überraschend erhielt ich zwei Wochen später eine definitive Einladung zur Teilnahme an der Quizsendung im ZDF! Nun konnte es losgehen. Insgesamt etwa fünf Biographien von FS ausgeliehen und ab zum Bücherlesen! Wenigstens wusste ich jetzt, wie ich meine reichlich bemessene Freizeit sinnvoll nutzen konnte. Doch schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass es wohl schwieriger wird, als ich mir das gedacht habe. "The voice" lebte ein sehr erfülltes Leben ("I've lived a life that's full...") und jede Biographie wusste über seine einzelnen Lebensabschnitte verschiedene Geschichten zu erzählen. Tja, 60 Jahre Bühnenpräsenz, über 60 Filme und insgesamt 283 veröffentlichte Alben gibt schon einen schönen Haufen zum Lernen, und langsam rückte auch der Ausstrahlungstermin in bedrohliche Nähe. Nach etlichen Verschiebungen war es dann endlich soweit, der Tag an dem ich meinen Auftritt hatte, war angebrochen. Bereits um 5.00 Uhr morgens musste ich aufstehen und zum Flughafen Belpmoos fahren. Von dort aus brachte mich ein Flugzeug nach München. Ganze 15 Minuten Zeit hatte ich da, um den Flieger nach Köln zu erwischen. Naja, etwas stressig, aber schlussendlich langte es dann doch noch. Im Kölner Flughafen wurde ich sogleich von einem Fahrer der Produktionsfirma "Endemol" abgeholt. So, seit sechs Stunden auf den Beinen, jetzt endlich ins Hotel, etwas ausruhen und für den grossen Auftritt vorbereiten - nichts war! Sogleich ging es ab ins Studio und zur Maske. Beim anschliessenden Mittagessen konnte man dann endlich etwas ausruhen und seine Mitstreiter kennenlernen. Erstaunt musste ich feststellen, dass ich wohl der einzige ohne Fernseherfahrung war. Drei der insgesamt vier Mitspieler waren schon in anderen Sendungen, wirkten deshalb auch viel ruhiger und gelassener als ich. Mir pochte das Herz schon fast bis zum Halse, und ans Essen war schon gar nicht zu denken. Nach einer kleinen Mahlzeit musste ich mich dann bereits für die Sendung umziehen; noch etwa eine Stunde war Zeit! Nach der Besichtigung des erstaunlich kleinen Studios folgte eine Einführung, wie man sich vor der Kamera zu bewegen hat. Nun war wieder etwas Zeit für eine kleine Pause, allerdings nicht für mich. Der Redaktor bestellte mich in sein Büro und besprach mit mir, welche privaten Fragen mir der Moderator der Sendung, Kai Böcking, stellen soll. Das wird später auf einen Karton geschrieben, und der Moderator kann so die Fragen, die er zu meiner Person stellen muss, ablesen. Nun war es aber endlich soweit: Zu fünft stiegen wir die Treppe hinab zum Aufnahmestudio, und mir kam es fast vor wie der Gang zum Henker. Das Publikum (das fast zur Hälfte aus Mitarbeitern von Endemol bestand!) hatte bereits die Plätze eingenommen, auch wir wurden noch schnell verkabelt und ab ging es hinter das Ratepult. Mein Puls war sicherlich schon auf 180 Schläge in der Minute emporgeschnellt.
Die allgemeine Raterunde verlief durchwegs sehr positiv für mich, fast hätte ich sie gewonnen, doch dann folgte einer der weniger schönen Momente in meinem Leben. Während ich mich in der allgemeinen Raterunde noch etwas hinter meinen Mitstreitern verstecken konnte, war ich nun bei meinem Fachgebiet ganz alleine auf mich gestellt. Alle Kameras sind auf dich gerichtet, alle Augen der Zuschauer und natürlich auch die virtuelllen Augen der Fernsehzuschauer. Nun, die erste Frage war noch einfach: Aus welchen Stadtteil von New Jersey stammt Sinatra? - Hoboken natürlich. Die zweite Frage war schon recht schwierig zu beantworten: 1957 dirigierte Frank Sinatra erstmals ein Orchester, wie hiess das Album? Oje, Frank "dirigierte" schon in den 40er Jahren diverse Orchester, wobei dirigieren schön ausgedrückt ist; er störte die Musiker einfach nicht; man brauchte allerdings einen Namen mit Zugkraft, um die Alben auch verkaufen zu können. - Naja, zuerst mal an das Ende schieben und die nächste Frage abwarten. Wie hiess die Vereinigung von Musikern und Schauspielern wie Dean Martin, Sammy Davis jr. usw., in der auch FS Mitglied war? - "Rat Pack"! Ist auch einfach, nächste Frage: Wie hiess der berühmte Film, in dem FS zusammen mit Grace Kelly auftrat? - "Die oberen Zehntausend". Kein Problem! Nächste Frage: Wie hiess Sinatras erste Ehefrau mit dem Mädchennamen? - Auch einfach, es war... Nun traf das ein, wovor ich mich schon Monate zuvor am meisten gefürchtet habe - ein Blackout bei einer einfachen Frage. Ich kenne den Ort der Heirat, das genaue Datum, den Namen der Kirche, aber dieser blöde Mädchenname! Nun, die Zeit lief ab und ich war schon nach kurzer Zeit ausgeschieden. - Nach dem Ausscheiden ist man dort nur noch eine Nummer. Man kriegt einen Zettel in die Hand gedrückt, in dem steht, wann der nächste Flieger geht, dann sofort ab zum Flughafen. Im Flughafengebäude fand ich dann zum ersten Mal ewtas Zeit, ein wenig nachzudenken. Es war zwar ein interessantes Erlebnis, aber ich möchte es nicht noch einmal wiederholen. Als kleiner Trost bleibt ein 15bändiger "Brockhaus", den man bei vorzeitigem Ausscheiden geschenkt bekommt. Vor kurzem befand sich wieder eine interessante Mail in meinem elektronischen Briefkasten: "Zwecks Auftritt in der Quizsendung "Risiko" suchen wir dringend Kandidaten zum Thema Wölfe. Im Erfolgsfall kann der Meisterrater bis zu DM 28'000 einstecken.
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